125 Jahre St. Josef Schützenbruderschaft Geistenbeck

 

Anlässlich ihres Jubiläums „125 Jahre St. Josef Schützenbruderschaft Geistenbeck“ hat die Bruderschaft am Sonntag, 8. Juli 2018 zu einem Empfang geladen. Wie immer bei offiziellen Anlässen begann es mit einer heiligen Messe. Gefühlt wie immer zelebrierte der Präses der Bruderschaft und Bezirkspräses Johannes van der Vorst diese in seiner gewohnt liebevollen unnachahmlichen Art.

Danach trafen sich die geladenen Ehrengäste und Abordnungen der einzelnen Bruderschaftsgruppen im gleich nebenan liegendem Pfarrheim. Hier hatten fleißige Damen alle vorbereitet, die Tische geschmückt und kühle Getränke für die Gäste. Der Brudermeister konnte viele Freunde aus der Politik begrüßen. Unter den Gästen Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel, Landtagsabgeordneter Frank Boss, Bürgermeisterin Petra Heine-Dauber, Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann, Fraktionsvorsitzender Karl Sasserath, Ratsfrau Doris Jansen, Ratsherr Michael Schmitz. Auch der evangelische Pfarrer und Bruderschaftsmitglied Dietmar Jung war unter den Gästen.

 

In seiner Rede führte der Brudermeister kurz in den Werdegang der Bruderschaft ein.

„Die ersten Protokolle sind bereits 1892 über die ersten neun Zusammenkünfte der Gründer niedergeschrieben worden. In einer Gründungsversammlung am 12. Februar 1893 wurde der Schützenverein St. Josef ins Leben gerufen. Beistand erhielten die Schützen von Dechant Monsignore Ludwig Wiedemann von der Pfarre St. Laurentius. Der Grund der damaligen Zusammenkunft lag hauptsächlich im Schießsport. Sonntags wurde im Vereinslokal zum Preisschießen geladen. Auch gab es bereits Vergleichskämpfe mit anderen Schützenvereinen.
Der erste Festzug wurde als besonders gelungen bezeichnet, da alle übrigen Ortsvereine daran teilnahmen. Sogar die örtliche Presse nahm davon Notiz und wird mit dem Artikel zitiert: „Der Festzug war ein imposanter und bewundernswerter Aufmarsch, denn es liefen etwa fünfundzwanzig alte Narren hinter einem Pferdeschwanz her.”
Ab 1910 wurde ein ständiges Wachstum in der Mitgliederzahl verbucht. Um die Geschicke des Vereins ordentlich leiten zu können, wurde im Zweijahresrhythmus eine Generalversammlung durchgeführt. Auf dieser wurde im Jahre 1912 dann festgelegt, ein Fest zu Ehren des Schutzpatrons St. Josef abzuhalten. Darin begründet sich unser heutiges Patrozinium, bei dem unter anderem auch die neuen Mitglieder per Handschlag aufgenommen werden.
Am 19. Februar 1927 wurde der Entschluss gefasst, den Schützenverein in eine Schützenbruderschaft umzubenennen. Franz Rixen, Pfarrrektor in Geistenbeck, wurde erster Präses der Bruderschaft.
Da das nationalsozialistische Regime nach der Machtübernahme im Frühjahr 1933 der Bruderschaft alle öffentlichen Auftritte verbot, sind bis 1950 kaum Aufzeichnungen vorhanden.
Einen neuen Schützenkönig gab es aber erst 1958 wieder. Dieser wurde nicht ausgeschossen, sondern gewählt und die Ehre der Wahl fiel auf den Vorsitzenden Wilhelm Meuser.
Öffentliche Auftritte gab es jedoch weiterhin nicht und laut Beschluss der Versammlung vom Oktober 1958 sollte erst 1959 wieder eine Prunkfeier mit Festzug stattfinden.
Im Jahre 1975 bekam die Pfarre Heilig-Geist mit Johannes van der Vorst einen neuen Pfarrer und die Bruderschaft somit einen neuen Präses. 1979 übernahm er auch das Amt des Bezirksjungschützenpräses und 1984 das Amt des Bezirkspräses.
Ein Umdenken, nicht nur in der Gesellschaft, führte 1981 dazu, dass die Bruderschaft auch den Frauen zugänglich gemacht wurde und auch sie Mitglieder werden konnten.
1997 wurde erstmals eine Frau Schützenkönigin der Bruderschaft. Seitdem gab es drei weitere Schützenköniginnen und im nächsten Jahr wird die Bruderschaft wieder von einer Königin repräsentiert.
Am 03. Juni 2012 wurde während des Schützenfestes in einer feierlichen Messe die neue Bruderschaftsfahne durch Präses Johannes van der Vorst geweiht. Der hl. Josef stammt aus der im 2. Weltkrieg zerstörten Gründerfahne anno 1893 und wurde mittels Scherenschnitt aus der mittlerweile desolaten Fahne herausgeschnitten. Die Gestalt des hl. Josef wurde in achtmonatiger mühsamer Kleinarbeit komplett erneuert. Das Werk entstand komplett in rein manueller Stickerei im Atelier des Paramentenkünstlers Hubert Schüler.
Die Bruderschaft gilt als fester Bestandteil der Geistenbecker Gemeinde und hat sich in vielerlei Hinsicht sozial engagiert.“

Mit einem Dank an alle Förderer und Unterstützer der Bruderschaft schloss der Brudermeister seine Rede.

Der stellvertretende Bezirksbundesmeister Frank Jöris überbrachte Glückwünsche des Bezirksverbandes Mönchengladbach – Rheydt – Korschenbroich verbunden mit einer Urkunde und einer ca. 100 Jahre alten Darstellung des hl. Josef. Wegen etlicher anderer Termine konnte der Bezirksbundesmeister Horst Thoren nur kurz hereinschauen.

 

Mit netten Gesprächen, leckeren Schnittchen und kühlen Getränken ging der Empfang weiter.

Viele Schätzchen aus dem Bruderschaftsarchiv waren ausgestellt. Mitgliedsbücher, Beitragsbücher, Teile aus dem alten Königssilber und auch der Marschallstab zuletzt getragen vom 2017 verstorbenen Heinz-Josef (Noli) Esser. Gefertigt wurde dieser für den langjährigen Vorsitzenden Generalfeldmarschall Wilhelm Meuser. Hier schließt sich dann ein Kreis, denn sein Urenkelin Petra Krauß ist die Königin 2019 in Geistenbeck.



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